| Ja,es ist tatsächlich so, dass Oskar manchmal eine ganz schöne Nervensäge sein kann. Deshalb ein paar persönliche Ausführungen zu dem Jagdterrier im Allgemeinen. Was die jagdliche Ausbildung angeht, findet Ihr später Literaturtips . |
Der deutsche Jagdterrier ist sicherlich ein mutiger, zäher und auch ein temperamentvoller Hund.Dieses Temperament und seine enorme Vitalität sind jedoch auch manchmal ein Problem. Lange Spaziergänge an der Leine in der Umgebung oder im Ort mag er nicht besonders. Unangeleint ist er jedoch nicht müde zu kriegen und genießt es sichtlich zu rennen. Da er eine ausgesprochen gute Nase hat, habe ich oftmals den Eindruck, mich auf einer Nachsuche und nicht auf einem Spaziergang zu befinden. Unermüdlich ist er beim Schwimmen oder beim Apportieren. Er verteidigt eifrig sein Revier d.h. bei Nachbarshunden insbesondere Rüden ist Vorsicht angesagt.
Es gibt Hunde, mit denen er sich ganz gut verträgt ( hauptsächlich Hündinnen ), allerdings gibt es auch Rüden, auf die er sofort los geht. Es gilt eben bei Hundebegegnungen immer auszutesten, ob es funktionieren könnte oder Begegnungen mit anderen Hunden von denen man weiß, dass er auf sie los geht, zu vermeiden.
Katzen und sonstige Kleintiere hat er, wie sagt man so schön "zum Fressen gern" , das geht soweit, dass er,
wenn er von seinem Stammplatz aus, auf der Fensterbank, eine Katze draußen sieht, sich so aufregt, dass er
einen Rückwärtssalto von der Fensterbank macht und erst mal eine Weile braucht, bis er wieder "klar" ist.
Er hat zwar die typischen treuen Terrieraugen, aber er ist kein Schmusehund für die Allgemeinheit, der sich in jeder Situation und bedenkenlos anfassen lässt. Auch wenn er - gerade bei Kindern- oft den Eindruck erweckt, also auch hier Vorsicht. Wobei ich fairerweise sagen muss, dass Jagdterrier die Kinder gewöhnt sind, als ausgesprochen kinderfreundlich beschrieben werden. Er lässt sich eben nicht von jedem anfassen ( muss ja auch nicht sein ), von uns logischerweise ja, und er genießt es auch, auf dem Rücken liegend, sich den Bauch kraulen zu lassen, was heißt er ist schon ziemlich verschmust und braucht Nähe, aber bei Fremden oder Besuchern, sind wir lieber ein bisschen vorsichtig.
Die Haltung ist absolut problemlos. Wir sind übrigens von der reinen Zwingerhaltung über die kombinierte Wohnungs-/Zwingerhaltung schon seit langem bei der ausschließlichen Wohnungshaltung "gelandet" und sehr zufrieden damit. Die Stubenreinheit ist ihm praktisch angeboren. Er bleibt ohne jegliche Probleme stundenlang allein, verlangt aber dann viel Aufmerksamkeit.
Er lernt sehr schnell aber er benötigt eine "starke Hand", da er zur Dominanz neigt. D.h. er versucht oft seinen Kopf durchzusetzen oder "stellt sich taub", allerdings merkt er wenn es ernst wird. Er ist sehr auf eine Bezugsperson fixiert, die Partnerin oder der Partner werden zwar akzeptiert aber selten schwanzwedelnd begrüßt. Er braucht viel Bewegung und auch immer wieder Aufgaben egal welcher Art. Er ist ausgesprochen gelehrig und lernt sehr eifrig und vor allen Dingen gern. Ein gut erzogener und ausgelasteter Jagdterrier ist eine Freude. Nachlässigkeiten in der Erziehung, zu wenig Bewegung und fehlende Herausforderungen machen ihn zu einem unausgeglichenen Hund der nur noch nervt.
| JAGDTERRIER | |
| Deutscher Jagdterrier, Hans Schindl | Kynos Verlag ISBN 3-929 545-24-1 |
| Der Deutsche Jagdterrier, Wolfgang Bierwirth | Verlag
Neumann-Neumann ISBN 3-7888-0674-5 |
| HUNDE ALLGEMEIN | |
| Was tu ich nur mit diesem Hund, Eric H.W. Aldington | Gollwitzer
Verlag ISBN 3-923555-08-3 |
| Lehrbuch der Hundesprache, Anders Hallgren | Oertel+Spörer ISBN 3-88627-165-X |